Ausstellung: „Etzenricht – was geht auf dem Land?“

Ankundigung_Architektouren_Etzenricht_OTH-Regensburg Ein renoviertes Austragshaus als Alternative zum Seniorenheim – ein Modell für die Weidener Straße 31 in Etzenricht von Marie Bömmel und Julius Schönberger. Bild: © Bömmel/Schönberger

Etzenricht/Regensburg. „Etzenricht – was geht auf dem Land?": Unter diesem Motto öffnet die Gemeinde Etzenricht am Sonntag, 26. Juni 2022, für die Architektouren ihre Tore. Thema ist die Reaktivierung leerstehender Gebäude im Zentrum der Gemeinde – ein Thema, das zahlreiche Orte im ländlichen Raum beschäftigt. Zu sehen sind studentische Arbeiten der OTH Regensburg, die in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung für zehn Gebäude entstanden sind.

„Etzenricht steht stellvertretend für viele Gemeinden in der Oberpfalz", sagt Prof. Andreas Müsseler von der Fakultät Architektur an der OTH Regensburg. Während die Ortskerne der mitunter traditionsreichen Dörfer zunehmend von Leerstand und Verfall bedroht sind, wachsen gleichzeitig Neubaugebiete an den Rändern dieser Gemeinden mit allen Facetten des Traums vom Eigenheim. Im Bachelorstudiengang Architektur der OTH Regensburg befassen sich rund 80 Studierende mit zehn bereits leerstehenden oder kaum mehr genutzten Anwesen im Ortskern. Dabei werden einerseits baulich-architektonische Lösungsansätze, andererseits Vorschläge zur Wiederbelebung der meist ortsbildprägenden Anwesen und der damit verbundenen Aktivierung des Ortskernes gesucht. Die Konzepte zeigen auf, wie Vorhandenes bewahrt, transformiert und somit weiterer Flächenverbrauch vermieden werden kann.

Beleuchtet werden die Fragen: Welche Qualitäten können erhalten und reaktiviert werden? Wie kann Leben im Ortskern in Zukunft auch für junge Leute attraktiver werden? Welche neuen Nutzungen können in die oft landwirtschaftlich geprägten Ortskerne einziehen? Und vor allem: Wie können diese unterschiedlichen Interessen im Sinne der Innenentwicklung zusammenfinden und das Dorf vitalisieren?

Neben der OTH Regensburg und dem Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz (ALE) unterstützt auch der Etzenrichter Bürgermeister Martin Schregelmann das Projekt tatkräftig. Er möchte die Eigentümer sensibilisieren und im Idealfall motivieren, über eine Wiederbelebung ihres Anwesens nachzudenken. Dass dies positiv aufgenommen wird, zeigt die hohe Bereitschaft der Eigentümer*innen, ihre Anwesen für die Studierenden zu öffnen.

Das Studierendenprojekt wird fachlich und organisatorisch vom ALE unterstützt – eine Zusammenarbeit mit viel Potenzial. Denn die Themen Innenentwicklung und Flächensparen sind Schwerpunkte in der Arbeit der Ländlichen Entwicklung, das ALE unterstützt u.a. die Umsetzung von Konzepten zur Leerstandsbeseitigung mit Förderprogrammen.

Die studentischen Arbeiten werden der Öffentlichkeit ab Sonntag, 26. Juni 2022, in einer Ausstellung im Kirchsaal St. Nikolaus in Etzenricht (Am Kirchplatz, 92694 Etzenricht) präsentiert. Eröffnung ist am 26. Juni 2022 um 14 Uhr im Rahmen der diesjährigen Architektouren der Bayerischen Architektenkammer. Die Ausstellung richtet sich gleichermaßen an Eigentümer*innen ähnlicher Immobilien, Kommunalvertreter*innen und alle interessierten Bürger*innen.

Nach der Vernissage öffnen zwischen 15 und 17 Uhr die bearbeiteten Gebäude ihre Pforten, Interessierte sind herzlich eingeladen, sich von den Studierenden und den Eigentümer*innen direkt vor Ort informieren zu lassen und Fragen zu stellen. Im historischen Beutner Hof werden Kaffee, Kuchen und Getränke angeboten. Die Ausstellung selbst bleibt noch bis zum 8. Juli 2022 täglich zwischen 16 und 18 Uhr für das Publikum geöffnet.

Weitere Informationen gibt es unter www.othetzenricht.wordpress.com.


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