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CSU-Bezirk-6 Landrat Thomas Ebeling, Bezirksvorsitzender Albert Füracker, Ministerpräsident Markus Söder, stellvertretende Bezirksvorsitzende Martina Englhardt-Kopf, Oberbürgermeister Andreas Feller Bild: © Fabian Borkner

Bezirksparteitag CSU Oberpfalz wählt erneut Albert Füracker an die Spitze

4 Minuten Lesezeit (753 Worte)

Schwandorf. Keine Blasmusik, Coronakontrollen am Eingang, kein gemeinsames Tässchen Kaffee – die Gesundheitslage erforderte in der Tat einen anderen Ansatz beim Bezirksparteitag der Oberpfälzer CSU. Am Samstagmorgen trafen sich dazu gut 160 Delegierte, die einen neuen Vorstand zu wählen hatten.


Der bayerische Staatsminister der Finanzen und für Heimat, Albert Füracker, eröffnete als bisheriger Vorsitzender die Veranstaltung und übergab bald das Wort an den aus München angereisten Generalsekretär der CSU, Markus Blume. Der wies darauf hin, dass es bezogen auf die Bevölkerungsdichte weltweit keinen größeren Parteienverband gebe als den der Oberpfälzer Christlich-Sozialen Union und sprach von der „politischen Kornkammer Bayerns".

Nach einem engagierten Bericht Fürackers übertrugen die Delegierten die Wahlleitung des neuen Vorstandes an Dr. Harald Schwartz, MdL. Bei der Wahl des neuen Vorsitzenden gab es dann auch keine Überraschung, als Albert Füracker mit 95% der Stimmen im Amt bestätigt wurde. Bei den Stellvertretern ergab sich eine Änderung, da der bisherige Stellvertreter Alexander Flierl, MdL nicht mehr antrat. An seine Stelle rückte die Schwandorfer Bundestagskandidatin Martina Englhardt-Kopf, die sich nun zusammen mit den Landtagsabgeordneten Sylvia Stierstorfer (Regensburg) und Dr. Harald Schwartz (Amberg) sowie dem Landrat von Neustadt an der Waldnaab, Andreas Meier, und dem jüngsten Mitglied im Gremium, der JU-Bezirksvorsitzenden und Bundestagskandidatin Stefanie Dippl aus Pressath, die Vertreterposten teilt.

Politischer Höhepunkt war schließlich der Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten. Markus Söder reiste von einem Vorgängertermin in Niederbayern überpünktlich ab, so dass er in der Schwandorfer Oberpfalzhalle früher als erwartet eintraf und vor seiner Rede noch den letzten Wahlgang der Delegierten und ihrer Stellvertreter in den Parteitag abwartete. 

Söder verteidigte am Rednerpult sogleich den Umgang mit der Pandemie in Bayern. Er räumte ein, dass es auch fehlerhafte Einschätzungen gegeben habe, man an der Feinabstimmung immer noch feilen müsse und manches Timing alles andere als geschickt gewesen sei. Dennoch sei es in Bayern und Deutschland besser als in irgendeinem anderen Land der Welt gelungen, den weiteren Ausbruch des Virus effizient zu bekämpfen. Der Ministerpräsident sagte abermals, dass es keine Impfpflicht geben werde. Nichtsdestoweniger müssten aber Personen im Vorteil sein, die sich durch Impfung aktiv an der Bekämpfung der Pandemie beteiligten im Vergleich zu jenen, die ein solches Angebot ohne Not ausschlügen, so Söder weiter. 

Er warb verstärkt, den Impfschutz weiter auszubauen und nannte als Zahlenbeispiel drei Monate. So lange würde es laut Söder dauern, bis man – die Bereitschaft der Bevölkerung einmal vorausgesetzt – eine Herdenimmunität durch Impfungen erreicht haben könnte. „Es wäre so einfach, und dann hätten wir wenigstens mal ein Jahr, anderthalb, unsere Ruhe", sagte Söder. Ganz verschwinden würde das Virus auch in Zukunft nicht, auch wenn manche Regierungen in Europa sich so verhielten. Namentlich nannte er Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und Großbritanniens Premier Boris Johnson, mit deren Umgang mit der Coronalage Söder ausdrücklich nicht einverstanden war. „Die müssen alle wieder zurückrudern, das ist leider so", so Söder. 

Auch seinem Koalitionspartner in Bayern erteilte der Ministerpräsident einen Rüffel. Die Aussagen von Freie Wähler Chef und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger über eine Art von Apartheidspolitik nannte Söder „völlig absurd". Hier wies der Ministerpräsident auf die Bundestagswahl hin und warnte vor möglichen Stimmen für die Freien Wähler. Diese würden nach Söders Einschätzungen sowieso nicht den Sprung in den Bundestag schaffen; außerdem hätten sie in der Vergangenheit meist nur die CSU bekämpft und nicht den politischen Hauptkonkurrenten, die Grünen.


Nach über vier Stunden ging der Bezirksparteitag der Oberpfalz-CSU zu Ende. Folgende Personalien wurden dabei gewählt.

Bezirksvorsitzender: Albert Füracker

Stellvertreter: Martina Englhardt-Kopf, Stefanie Dippl, Andreas Meier, Sylvia Stierstorfer

Schatzmeister: Dr. Benjamin Zeidler, Barbara Haimerl

Schriftführer: Thomas Ebeling, Dr. Astrid Freudenstein

Beisitzer: Roland Grillmeier, Ernst Lenk, Stefan Schmidt, Albert Deß, Matthias Scherr, Stephan Meier, Andreas Otterbein, Huberth Rosner, Peter Aumer, Sandro Bauer, Michaela Frauendorfer, Stefan Gollwitzer, Matthias Grundler, Susanne Hierl, Michael Lehner, Dr. Stefan Ötzinger, Richard Reisinger, Elisabeth Weidner, Maria Sponsel, Ingrid Christine Heut, Angela Burger, Birgit Barth, Rita Blüml, Andrea Lang, Theresa Ehl 

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Albert Füracker, alter und neuer Bezirksvorsitzender, Staatsminister der Finanzen und für Heimat       Bild: © Fabian Borkner
Bundestagskandidatin Martina Englhardt-Kopf, CSU-Generalsekretär Markus Blume, Oberbürgermeister Andreas Feller, Landrat Thomas Ebeling (vordere Reihe)      Bild: © Fabian Borkner
Volle Oberpfalzhalle Bild: © Fabian Borkner
Ministerpräsident Markus Söder beim Eintrag in Goldene Buch der Stadt Schwandorf, zusammen mit Minister Albert Füracker und Oberbürgermeister Andreas Feller            Bild: © Fabian Borkner
Markus Söder in Aktion                   Bild: © Fabian Borkner
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